CITY-GUIDE
Die besten Aktivitäten in Leipzig
Dein City-Guide für Leipzig 2026
In Leipzig liegen Musikgeschichte, Industriekultur und lebendiges Stadtleben oft nur einen Spaziergang auseinander. Rund um Thomaskirche und Gewandhaus klingt die Tradition der Musikstadt nach, während sich in Plagwitz ehemalige Fabriken mit Kunst und neuen Ideen füllen. Vom Bummel durch die historischen Passagen geht’s zum Paddeln auf den Wasserwegen oder in die Cafés und Bars der Karl-Liebknecht-Straße. Dazwischen laden Clara-Zetkin-Park und Auwald dazu ein, mitten in der Stadt ins Grüne abzutauchen.
Entdecke hier einige der besten Highlights, die Leipzig seinen unverwechselbaren Charakter geben.
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Sehenswürdigkeiten in Leipzig
Völkerschlachtdenkmal

Kaum ein Bauwerk prägt die Silhouette Leipzigs so sehr wie das Völkerschlachtdenkmal in Probstheida. 15 Jahre lang wurde an dem Monument gebaut, eingeweiht wurde es 1913 – genau hundert Jahre nach der Völkerschlacht, in der im Oktober 1813 die Armeen Napoleons und der verbündeten Mächte vor den Toren der Stadt aufeinandertrafen. Mit 91 Metern Höhe zählt es zu den größten Denkmälern Europas, und vor seinem Eingang spiegelt sich der wuchtige Bau in einem langen Wasserbecken.
Drinnen wird es still: In der Krypta stehen steinerne Wächter mit gesenkten Köpfen, darüber öffnet sich die Ruhmeshalle mit ihren monumentalen Figuren. Einen Teil des Aufstiegs übernimmt ein Aufzug, die letzten Etappen geht es über Treppen bis zur Aussichtsplattform ganz oben, von der du bei klarer Sicht weit über Leipzig und das Umland schaust. Was 1813 geschah und wie die Leipziger die Kriegsjahre erlebten, zeigt das Museum FORUM 1813 am Fuß des Denkmals.
Tipp: Plane für Denkmal, Aufstieg und FORUM 1813 zwei bis drei Stunden ein. Aus der Innenstadt fährst du mit der Straßenbahn bis zur Haltestelle Völkerschlachtdenkmal.
Gohliser Schlösschen
Nur ein paar Stationen nördlich der Innenstadt versteckt sich in Gohlis ein Stück Rokoko, das viele Leipzig-Besucher gar nicht auf dem Zettel haben: das Gohliser Schlösschen. Der Kaufmann Johann Caspar Richter ließ den Sommersitz 1755/56 vor den Toren der Stadt errichten. Wegen seines markanten Turms hieß das Anwesen früher auch Turmgut, und hinter dem Haus liegt ein barocker Garten mit Brunnen und Skulpturen, in dem es deutlich ruhiger zugeht als am Markt.
Das Glanzstück im Inneren ist der Festsaal: Adam Friedrich Oeser, Goethes Zeichenlehrer in Leipzig, schuf dort das große Deckengemälde „Lebensweg der Psyche“. Bei Konzerten, Lesungen und Führungen kommt der Saal am besten zur Geltung. Danach lohnt ein kurzer Spaziergang über die Menckestraße – ein paar Häuser weiter liegt das Schillerhaus, und am Anfang der Straße wartet die Gosenschenke „Ohne Bedenken“ mit ihrem großen Biergarten.
Tipp: Die Innenräume sind nicht jederzeit frei zugänglich. Schau vor deinem Besuch in den Veranstaltungskalender und verbinde die Besichtigung am besten mit einer Führung oder einem Konzert.

Indoor-Aktivitäten in Leipzig
Panometer Leipzig

Wo früher Gas für die Stadt gespeichert wurde, steht heute eines der ungewöhnlichsten Ausstellungshäuser Deutschlands. Der Künstler Yadegar Asisi verwandelte den 1909 errichteten Gasometer im Leipziger Süden in das Panometer und zeigt hier seit 2003 riesige Rundbilder – vom Mount Everest über das antike Rom bis zur Völkerschlacht von 1813.
Aktuell steht alles im Zeichen der ANTARKTIS: Das 32 Meter hohe Panorama zeigt Eisberge, Pinguine, Robben und Wale, und zwar über und unter der Wasseroberfläche zugleich. Vom Besucherturm in der Mitte des Rundbaus betrachtest du die Szenerie aus unterschiedlichen Höhen und entdeckst bei jedem Blick neue Details. Eine Begleitausstellung erzählt von Klima, Tierwelt und Forschung am Südpol. Das Panorama soll mindestens bis Anfang 2028 zu sehen sein – ein Ausflug, der bei Regen genauso gut funktioniert wie im Hochsommer.
History Escape Room im Budde-Haus
Escape Rooms gibt es in Leipzig einige, doch dieser spielt in einer Villa mit eigener Geschichte. Im Budde-Haus in Gohlis, heute ein soziokulturelles Zentrum, beginnt das Spiel „Karls Vermächtnis“ mit einem rätselhaften Brief von Karl Mende. Von dort aus führt die Spur zurück in die Vergangenheit des Hauses, und ihr setzt Hinweis für Hinweis zusammen, was sich hinter dem Vermächtnis verbirgt.
Die reguläre Variante ist auf zwei bis acht Spieler ab 14 Jahren ausgelegt, für das Rätseln habt ihr 90 Minuten Zeit. Familien buchen die Kinderversion: Drei bis sechs Kinder ab acht Jahren spielen 60 Minuten lang mit erwachsener Begleitung. Gespielt wird zu festen Terminen, gebucht wird mindestens sieben Tage im Voraus. Praktisch für die Anreise: Der S-Bahnhof Gohlis liegt direkt beim Budde-Haus, aus der Innenstadt bist du in wenigen Minuten dort.

Outdoor-Aktivitäten in Leipzig
Cospudener See

Wo bis 1992 Bagger Braunkohle förderten, liegen heute Sandstrand, Segelhafen und Uferwege. Der Cospudener See am südlichen Stadtrand war zur Expo 2000 fertig geflutet und machte den Anfang für das Leipziger Neuseenland. Mit rund 440 Hektar Wasserfläche ist er groß genug, dass sich die Badegäste selbst an heißen Wochenenden gut verteilen – am langen Nordstrand, an den Liegewiesen oder an den Abschnitten für FKK und Hunde.
Wer lieber in Bewegung bleibt, umrundet den See auf dem gut elf Kilometer langen asphaltierten Rundweg, ob mit Rad, Inlineskates oder in Laufschuhen. Unterwegs geht es am Aussichtsturm auf der Bistumshöhe vorbei, von dem du über das Wasser bis zum Freizeitpark Belantis schaust. Am Hafen Zöbigker auf der Markkleeberger Seite kehrst du in Restaurants oder im Biergarten ein, leihst dir ein Boot oder ein Rad und schaust den Segelbooten am Pier zu.
Tipp: Vom Wasser aus wirkt die Landschaft noch einmal anders: In der Saison dreht die MS Cospuden ihre Runden über den See, und vom Stadthafen und vom Wildpark aus starten Bootstouren durch den Auwald.
Kletterfelsen K4
Kaum zu glauben, dass an diesem Felsen einmal Menschen gewohnt haben: Der Kletterfelsen K4 in Grünau besteht aus Betonteilen zweier abgerissener Plattenbauten. Statt im Schutt zu landen, wurden Wandplatten und Balkonbrüstungen aufgeschichtet und mit Rissen und Strukturen wie ein natürlicher Fels modelliert. Seit 2001 ragt der Kunstfelsen 21 Meter hinter der Grünauer Welle in die Höhe – ein Stück Stadtgeschichte, an dem heute geklettert wird.
Betrieben wird die Anlage vom Deutschen Alpenverein. Mehr als 30 Routen verteilen sich auf die Wände, vom dritten bis zum neunten Schwierigkeitsgrad, und am Wandfuß wird ohne Seil gebouldert. Wer eine Berechtigungskarte des DAV Leipzig besitzt, kann zu jeder Tageszeit klettern, eine Toilette sucht man vor Ort aber vergeblich. Dafür bekommst du hier etwas, das keine Halle bietet: Klettern unter freiem Himmel mitten in der Großstadt.

Essen gehen in Leipzig
eyal

Falafel mit Dashi, Hummus mit Erdnuss-Pistazien-Dukkah: Im eyal an der Merseburger Straße landen bekannte Gerichte der Levante in Kombinationen auf dem Tisch, die man so selten findet. Hinter dem Restaurant steht Ehud Roffe, der in Leipzig auch das Café Ma’Hud betreibt. Seit 2024 kocht sein Team hier eine komplett vegetarische Küche – und das so einfallsreich, dass auch überzeugte Fleischesser kaum etwas vermissen.
Am besten kommst du zu zweit oder in einer größeren Runde, denn die Teller sind zum Teilen gedacht: Jeder bestellt etwas, und alles wandert über den Tisch. Die Karte wechselt mit der Saison, im Herbst zum Beispiel mit gegrilltem Hokkaido-Kürbis und Labneh oder gerösteter Bete mit Feige. Zum Abschluss passt Grießpudding mit gegrillter Pflaume. Bei gutem Wetter sitzt du vor dem Haus oder im ruhigen Hinterhof, geöffnet ist dienstags bis samstags ab 17 Uhr.
Auerbachs Keller
Kein Restaurant in Leipzig ist so eng mit der Literatur verbunden wie Auerbachs Keller. Seit 1525 wird unter der heutigen Mädler-Passage bewirtet, 2025 und 2026 feiert das Haus sein 500-jähriges Bestehen. Goethe kehrte als Student oft hier ein und machte den Keller später unsterblich: Im „Faust“ führt Mephisto den Gelehrten in genau diese Gewölbe, wo die beiden mit lustigen Gesellen zechen. Bronzefiguren am Eingang in der Passage erinnern an die Szene.
Gegessen wird im Großen Keller, wo sächsische Küche im Mittelpunkt steht – Sauerbraten mit Klößen, Rinderroulade oder Leipziger Schwarzbierfleisch. Für größere Gesellschaften gibt es die Historischen Weinstuben, deren Räume aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen. Wer nur auf einen Drink vorbeischauen möchte, findet im selben Haus die Mephisto Bar.
Tipp: Verbinde dein Essen mit einem Rundgang durch die Passagen und Messehöfe der Innenstadt – bei der geführten Passage-Tour erfährst du, warum Leipzig so viele davon hat.

Ausgehen in Leipzig
Felsenkeller

Hinter der neobarocken Fassade an der Karl-Heine-Straße verbirgt sich einer der schönsten Konzertsäle der Stadt. Der Felsenkeller entstand 1890 für die Brauerei C. W. Naumann, sein Ballsaal mit Gewölbedecke, Kronleuchtern und zwei Säulengängen fasst stehend bis zu 1.700 Gäste. Das Haus hat eine bewegte Vergangenheit: Hier sprachen Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, zu DDR-Zeiten wurde gefeiert und getanzt, nach der Wende diente der Saal lange nur als Möbellager.
Seit der Sanierung 2014 stehen wieder internationale Bands auf der Bühne. Kleiner und persönlicher geht es nebenan im Naumanns Tanzlokal zu, wo Konzerte, Lesungen und Varieté laufen. In der Naumanns Gaststube kommen deftige Gerichte und eine große Auswahl an Fassbieren auf den Tisch, im Sommer auch im Biergarten. So verbringst du einen ganzen Abend im Leipziger Westen, ohne für Essen, Konzert und Absacker den Ort wechseln zu müssen.
Horns Erben
Eine Glasfassade aus dem Jahr 1931 weist in der Südvorstadt den Weg zu einem der ungewöhnlichsten Musikorte Leipzigs. 1926 kaufte der Spirituosenhersteller Wilhelm Horn hier eine alte Sektkellerei, unten wurde produziert, oben schenkte seine Weinstube aus. Ende 2004 entdeckten Studenten die verlassenen Räume und gaben ihnen als Horns Erben ein neues Leben. Heute führt ein ehrenamtlicher Verein das Haus, die originalgetreu rekonstruierte Fassade wurde mit einem Preis für Denkmalpflege ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt des Programms steht Jazz. Bei der regelmäßigen Horns Jazzsession eröffnet eine eingeladene Band den Abend, danach gehört die Bühne allen, die mitspielen möchten. Dazwischen stehen Konzerte von Soul und Funk bis Indie-Folk im Kalender. Wer vor dem Konzert noch essen möchte, bleibt einfach im Haus: Zu Horns Erben gehört ein eigenes Lokal.
Tipp: Das Lokal öffnet dienstags bis samstags ab 18:30 Uhr. Einen Tisch reservierst du am besten per Mail, vor allem an Abenden mit Konzert.

Ausflugsziele mit Kindern in Leipzig
Parkeisenbahn Auensee
Fahrkarten verkaufen, den Zug abfertigen, das Stellwerk bedienen: An der Parkeisenbahn Auensee übernehmen diese Aufgaben zu einem großen Teil Kinder und Jugendliche. Die kleine Bahn im Leipziger Nordwesten fährt seit 1951 und wurde als Pioniereisenbahn gegründet. Die Idee, dass junge Leute den Betrieb mittragen, hat bis heute überlebt – und für Kinder unter den Fahrgästen ist das Personal oft genauso spannend wie die Lok.
Auf einer Spurweite von nur 381 Millimetern zuckelt der Zug in rund zehn Minuten einmal um den See, gezogen von einer kleinen Dampflok aus dem Jahr 1925 oder einer Akkulok. Danach bleibt Zeit für einen Spaziergang am Ufer, auf dem der Zug immer wieder vorbeirollt, oder für eine Pause auf einem der Spielplätze am See. Gefahren wird etwa von April bis Anfang November, montags ist Ruhetag.

Zoo Leipzig

Seit 1878 gibt es den Zoo Leipzig in der Nähe des Rosentals, und für viele Familien ist er der wichtigste Grund für einen Ausflug in die Stadt. Statt langer Gehegereihen erwarten euch Erlebniswelten, die jeweils einen eigenen Lebensraum nachbilden. In der Tropenhalle Gondwanaland geht es über Hängebrücken und den Baumwipfelpfad durch den Regenwald, auf dem Urwaldfluss Gamanil sogar per Boot.
Neu ist seit September 2026 Feuerland: Ein Tunnel führt hier unter Wasser durch die Becken von Pinguinen und Seelöwen, die direkt über euren Köpfen vorbeischwimmen. Wenn die Kinder vom Schauen genug haben, toben sie sich am Abenteuerspielplatz in der Bärenburg aus, in dessen Mitte eine große Drachenfigur thront. Plant für den Zoo am besten einen ganzen Tag ein.
Tipp: Das Kombiticket verbindet den Zoo-Eintritt mit einer Tageskarte für den Hop-on-Hop-off-Bus – so geht es nach den Tieren bequem weiter zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

